Donnerstag, 17. November 2011

Kurzer Einschub zum Versailler Vertrag und den Rüstungseinschränkungen Deutschlands nach dem 1. Weltkrieg

Flagge der Reichswehr 1921-1933

Der Friedensvertrag von Versailles wurde 1919 von den Siegermächten des ersten Weltkriegs auf dem Schloss von Versailles festgelegt. Der Vertrag machte Deutschland und seine Verbündeten zu den alleinigen Verantwortlichen für den Ausbruch des ersten Weltkrieges und verpflichtete sie zu Landabtretung, Reparationszahlungen an die Siegermächte und zu einer starken Abrüstung. Die Delegation des Deutschen Reiches hatte bei den Vertagsbedingungen kein Mitspracherecht, sie konnten lediglich am Schluss noch kleine Änderungen erreichen. Mit der Unterzeichnung des Deutschen Reiches dieses Vertrags war der erste Weltkrieg formal beendet.
Die Siegermächte beschränkte das deutsche Heer mit dem Versailler Vertrag stark, um zukünftige Aggressionen auf Seite der Deutschen zu unterbinden. Diese Einschränkungen enthielten unter anderem ein auf 100‘000 Mann limitiertes Berufsheer und zusätzlich eine auf 15‘000 Mann limitierte Marine. Zusätzlich wurde die Einrichtung eines Generalstabes untersagt. Ausserdem waren schwere Artillerie, Kampfschiffe, U-Bote, Panzerfahrzeuge und jegliche Art von Luftstreitkräften verboten. Das neue Heer wurde Reichswehr genannt.

Die Deutschen fanden jedoch im Laufe der Jahre Möglichkeiten, die strengen Einschränkungen der Armee auf geheime und illegale Art und Weise zu umgehen. Dazu gehörten unter anderem die Einrichtung der sogenannten schwarzen Reichswehr, geheime Waffentests mit Artillerie und Flugzeugen in der Sowjetunion oder die Einrichtung einer Führergehilfenschulung, die dazu bestimmt war, die Generalsschule zu ersetzen.
Die Reichswehr sah sich selbst als „Kaderarmee“ oder „Führerarmee“, was bedeutet, dass jeder Soldat so ausgebildet wurde, dass er die Eignung für höhere Verantwortungsstufen erlangte, was wiederum Grundvoraussetzung für das schnelle Wachstum des Heeres nach der Wiedereinführung der Wehrhoheit durch das Nationalsozialistische Regime im Jahre 1935 werden sollte.

Zur Familie und Kindheit von Heinz Guderian


Heinz Guderian ist am 17. Juni 1888 in Kulm an der Weichsel geboren und zwei Jahre später erhielt er einen Bruder. Sein Vater war der Premier-Lieutenant im Pommerschen Jäger-Battaillon und somit auch der erste Offizier in der Familie Guderian.
Heinz Guderian wuchs in bescheidenen Vermögensverhältnissen auf und er und sein Bruder hatten schon als Kind den Wunsch, Offiziere zu werden und so wurden die Beiden 1901 in das Kadettenkorps aufgenommen. 1907 wurde Heinz Fähnrich des 10. Jäger-Bataillons und bereits 1 Jahr später Lieutenant in Hannover. Wenig später verlobte er sich mit Margarete Goerne und heiratete sie schliesslich 1913. Er hatte mit ihr zwei Kinder.
 
Dann, am 2. August  1914 begann der 1. Weltkrieg und komischerweise schreibt Guderian nur sehr knapp darüber. Er war im Funkwesen tätig und so viel ich aus anderen Quellen in Erfahrung bringen konnte, wurde er während des ersten Weltkrieges zuerst zum Oberlieutenant und kurz später zum Hauptmann befördert. Ausserdem war er an mehreren wichtigen und entscheidenden Schlachten beteiligt (Schlacht um Verdun, Schlacht an der Marne), welche er selbst als „einige Kenntnisse im Funkwesen sammeln“ beschreibt.

In diesem 1. Kapitel hat mich ein wenig stutzig gemacht, dass Guderian praktisch sein ganzes Umfeld als ‚lieb‘ und ‚gut‘ bezeichnet. Er beschwert sich nie über irgendetwas. Sein Vater war lieb, seine Mutter war lieb, seine Lehrer waren lieb und er erwähnte keinen einzigen schlechten Übergeordneten im Militär, sie waren seiner Meinung nach einfach ‚gut‘.
Auch beim Weiterlesen ist mir dies aufgefallen und ich kann es einfach nicht wirklich glauben.
Weiter hat mir imponiert, wie militärisch er erzogen wurde und wie schnell er auf der Karriereleiter aufgestiegen ist. Mit 11 im Kadettenkorps, mit 19 Fähnrich, kurz vor 20 bereits Lieutenant, mit 26 Oberlieutenant und kurz darauf auch schon Hauptmann. Das kommt mir ziemlich schnell vor und ausserdem habe ich das Gefühl, das er so seine Kindheit nicht wirklich ausleben konnte, wobei er selbst sagt, dass er eine gute Kindheit hatte.

Aber im Grossen und Ganzen kommt Heinz Guderian auf den ersten Seiten sehr bedacht und bescheiden rüber, was sich später auch noch bestätigen wird.

Montag, 5. September 2011

Entscheidung für eine bestimmte Autobiographie

Ich habe mich für das Buch Erinnerungen eines Soldaten von General Heinz Guderian entschieden, da mich der zweite Weltkrieg selbst und Kriegsstrategien sehr interessieren. Obwohl das Buch relativ umfangreich ist, denke ich, dass es spannend und lehrreich zum Lesen sein wird.


Beschreibung: 

Nicht kleckern - klotzen! Das war der Leitspruch, den General Guderian seinen Panzermännern, seinen Offizieren und am Ende seiner glanzvollen Laufbahn auch seinen obersten Kriegsherren immer wieder gepredigt hat. Dieser Gedanke durchzieht auch sein Buch und reißt den Leser mit, obwohl der "Schnelle Heinz" bewußt auf sensationelle Darstellungen und Effekthascherei verzichtete. Gerade deshalb wirken die vielen dramatischen Teile seines Werkes umso stärker.
Daß der unbequeme Taktiker dreimal während des Krieges abgesetzt wurde, wird jedem verständlich, der seine Erinnerungen liest. Ein selbständiger, unbürokratischer Kopf, ein eiserner Wille und ein verwegenes Draufgängertum, das immer einen Weg offen ließ, kennzeichneten den neben Generalfeldmarschall Rommel wohl bekanntesten Panzerführer des Zweiten Weltkrieges.
Der Schöpfer der deutschen Panzertruppe war nicht der erste, der die Möglichkeiten und Taktiken dieser schnellen, beweglichen Waffe erkannte. Aber er war der einzige, der sie derart konsequent und erfolgreich durchgesetzt hat. Seine Lehren sind längst Allgemeingut aller Armeen der Welt geworden.